Welzow-5509Die Wählervereinigung "Grüne Zukunft Welzow" nahm einen ersten Meilenstein auf dem Weg zur Stadtverordnetenwahl am 25. Mai in Welzow. Hannelore Wodtke, Günter Seifert und Regina Reichmuth stellten am Freitagabend in der Welzower Kumpelklause ihr Programm vor und diskutierten mit etwa 25 Gästen fast zwei Stunden lang. Dabei ging es vor allem um die Probleme und die Zukunftschancen der Stadt am Tagebau. Günter Seifert stellte eingangs klar: "Wir sind nicht gegen den aktuellen Tagebau und keiner von uns fordert einen sofortigen Stopp des Tagebaus". Jeder der jetzt seine Lehre bei Vattenfall macht, hat noch eine lange Zeit in einem sicheren Job. Aber auch danach sei noch viel zu tun, da die Rekultivierung der zerstörten Flächen noch Jahrzehnte dauern wird, so Seifert.

Die Initiative positioniert sich aber gegen den neuen Tagebau Teilfeld II, da er energiepolitisch unnötig ist: "Wenn man jetzt nicht den Einstieg in den Ausstieg angeht, hat Welzow in 15 Jahren die gleichen Probleme mit den Arbeitsplätzen. Wo soll das enden?" fragte Hannnelore Wodtke in den Saal. "Wir haben eine große Chance das Ruder rumzureißen. Wir stellen jetzt die Weichen für die nächsten Jahre."

"Duckmäusertum hilft nicht. Wir müssen aufstehen und etwas tun", ergänzte Regina Reichmuth. Neuzuwachs erhielt die Gruppe an diesem Abend auch: "Ich mache auch mit bei diesem Haufen", erklärte der Mittelständler Karl-Heinz Cewe seinen Beitritt unter großem Beifall. "Es kann nicht sein, das unsere Stadt ein Bauernopfer Brandenburgischer Energiepolitik der Ewiggestrigen wird", sagte Cewe.

"Unsere Häuser erfahren einen Wertverlust von etwa 25 Prozent durch den Tagebau. Der immer wieder in Aussicht gestellte finanzielle Ausgleich für Tagebaurandbetroffene lässt weiter auf sich warten", kritisierte Seifert. Anwohner am kommenden Großflughafen BER bekämen eine Kompensation von etwa 30 Prozent der Werte ihrer Häuser. Das Vattenfall- Angebot für die Welzower lautet: Einen Ausgleich gibt es erst, wenn, wenn der neue Tagebau kommt. "Diesen Erpressungsversuch werden wir so nicht hinnehmen", sagte Seifert kämpferisch.

Wir wohnen in Welzow ja nicht schlecht, stellte jemand aus dem Publikum klar, leider habe aber Welzow gerade für junge Menschen wenig zu bieten. So seien unter anderem die Wege zur Schule zu lang. Auch solle die Initiative über eine Prämie für junge Familien nachdenken, wie es andere Städte auch tun. Seifert nahm die Anregungen auf und versprach, die Gruppe werde sich über diesen und andere Lösungsvorschläge Gedanken machen.

Dass sich die Wählerinitiative den Grünen anschließen wolle, traf in der Kumpelklause auf hohe Zustimmung. "Das sind nicht mehr die Leute von früher wie Joschka Fischer. Heute sind das Leute, die im Leben stehen und die Nöte der Menschen verstehen", sagte einer der Gäste. Ein Mitarbeiter der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Sabine Niels nahm den Zuspruch mit Wohlwollen auf und bedankte sich bei der Gruppe mit Sonnenblumen, die ein Welzower Blumenhändler extra für diesen Abend organisiert hatte. Die Grünen werden jetzt eine Aufstellung der Wählerinitiative prüfen, ließ der Landesvorsitzende Benjamin Raschke ausrichten. Sollte die Wählervereinigung "Grüne Zukunft Welzow" den Einzug schaffen, würden die Grünen erstmalig im Welzower Stadtparlament vertreten sein.

Mit den Worten: "Vattenfall ist in vielen lokalen Gremien überproportional vertreten. Daher ist es erst recht legitim wenn wir zur Wahl antreten um endlich die Bürger unserer Stadt und deren Interessen zu vertreten", beendete Seifert das erste öffentliche Treffen der Initiative. Dieser Meinung schloß sich auch Thomas Burchardt von der "Klinger Runde" an, der das Statement noch damit ergänzte, dass auch im Kreistag Menschen gebraucht werden.

Grundgesetz - Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.